BONN Partizipatorische Kunstprojekte, die gesellschaftliches Engagement zeigen, zu fördern, ist das Anliegen der Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft. Erstmals vergab die Stiftung am Samstag in Bonn den Preis „faktor kunst“. Die mit jeweils 10 000 Euro dotierte Auszeichnung erhielten sechs Projekte, darunter – neben Berlin, Hamburg und Wien – drei aus NRW. Prominentester Preisträger ist Jochen Gerz mit „2-3 Straßen“, entstanden im Kulturhauptstadtjahr 2010. In sogenannten Problemvierteln in Dortmund, Duisburg und Mülheim an der Ruhr lebten 78 Menschen ein Jahr lang mietfrei und schrieben an einem gemeinsamen Buch, das mittlerweile veröffentlicht wurde. Dabei wurden die alten Bewohner in das Projekt miteinbezogen, um gemeinsam Veränderungen in den Straßen zu schaffen.
Jochen Gerz wurde für sein Kulturhauptstadtjahr-Projekt „2-3 Straßen“ ausgezeichnet. Hier ist der Künstler (r.) im Gespräch mit dem Teilnehmer Mathias Lempart in Dortmund. (Foto: Sabitha Saul)

Text: Britta Helmbold